Briefmarkenalben gehören bei einer Haushaltsauflösung zu den Funden, die am häufigsten überschätzt werden. Der Grund ist der Katalogwert, der in den Alben notiert ist und mit dem tatsächlich erzielbaren Preis wenig zu tun hat.
Im Auktionshaus lässt sich das schnell einordnen. Worauf es beim Verkauf ankommt.

Schritt 1: Katalogwert richtig einordnen
Der Katalogwert ist ein Orientierungswert für einwandfreie Einzelstücke im Handel, kein Marktpreis. Bei gewöhnlichen Marken werden real oft nur fünf bis zehn Prozent davon erzielt, bei Massenware noch weniger. Wer mit einer Katalogsumme im Kopf in ein Gespräch geht, ist unweigerlich enttäuscht - das liegt nicht am Käufer, sondern an der Systematik des Katalogs.
Schritt 2: Was wirklich gefragt ist
Gesucht sind vor allem alte deutsche Staaten vor 1871, Deutsches Reich mit geprüften Marken, Kolonialausgaben, seltene Fehldrucke und vollständige Sätze in postfrischem Zustand. Ebenso interessant sind Briefe mit vollständigen Stempeln und nachvollziehbarem Laufweg, sogenannte Belege. Bundesrepublik-Marken aus den siebziger bis neunziger Jahren sind dagegen in gigantischen Mengen vorhanden - hier liegt der Wert häufig nur beim Frankaturwert.

Schritt 3: Nichts ablösen und nichts sortieren
Der teuerste Fehler ist, Marken von Briefen abzulösen. Ein vollständiger Beleg mit Umschlag, Stempel und Adressierung ist für Sammler oft ein Vielfaches wert gegenüber der einzelnen Marke. Ebenso wenig sollte umsortiert oder in neue Alben umgeklebt werden; die gewachsene Ordnung einer Sammlung ist Teil ihrer Nachvollziehbarkeit. Auch das Anfassen mit blossen Fingern schadet - dafür gibt es Pinzetten.

Schritt 4: Alles zusammen anbieten
Eine Sammlung wird als Ganzes bewertet, nicht album- oder seitenweise. Wer nur die vermeintlich guten Teile zeigt und den Rest zurückhält, senkt den Preis, weil ein Käufer die verbleibende Masse nicht mehr mitnehmen will. Mitgebracht werden ausserdem Zubehör, Kataloge, Prüfatteste und lose Kisten - gerade in den ungeordneten Schachteln stecken erfahrungsgemäss die interessanten Stücke.
Fazit: Katalog ist nicht Markt
Entscheidend sind Alter, Seltenheit, Zustand und Vollständigkeit - nicht die Summe im Katalog. Belege bleiben ganz, nichts wird abgelöst oder umsortiert, und die Sammlung wird komplett vorgelegt.

Im Zweifel vorher fragen: 07161 / 68 111 oder info@dieraeumung.de - Kontakt aufnehmen, bevor eine Sammlung weggegeben wird.




Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.