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Alte Uniformjacke hängt an einer Kleiderstange
An- und Verkauf13. Sep 20262 Min. Lesezeit

Was ist alte Militaria wert und darf man sie verkaufen?

Auf Dachböden und in Kellern taucht bei einer Haushaltsauflösung regelmässig eine Kiste mit militärischen Andenken auf: Helme, Orden, Uniformteile, Feldpost, Ferngläser. Angehörige wissen dann oft weder, was es wert ist, noch was rechtlich gilt.

Beides lässt sich klären. Die wichtigsten Punkte in der richtigen Reihenfolge.

Alter Stahlhelm und Feldflasche auf einem Holztisch

Schritt 1: Waffen und Munition sofort melden

Findet sich eine Schusswaffe, gilt sie auch nach achtzig Jahren als erlaubnispflichtig. Sie muss unverzüglich der Waffenbehörde oder der Polizei angezeigt werden; Behalten oder Weitergeben ist strafbar. Bei Munition, Handgranaten oder Sprengkörpern gilt: nicht anfassen, nicht bewegen, Raum verlassen und die Polizei rufen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst bergt kostenfrei.

Schritt 2: Die Rechtslage beim Verkauf

Sammeln und privater Besitz sind zulässig. Das Verbreiten und öffentliche Zeigen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ist dagegen verboten, mit engen Ausnahmen für Wissenschaft, Forschung, Kunst und staatsbürgerliche Aufklärung. Praktisch heisst das: Ein öffentliches Inserat mit entsprechenden Abzeichen ist heikel, die Abgabe an einen fachkundigen Händler dagegen der saubere Weg.

Geöffneter Holzkasten mit alten Orden und Abzeichen

Schritt 3: Was den Wert bestimmt

Ausschlaggebend sind Seltenheit, Zustand, Vollständigkeit und Herkunft. Ein Helm mit originalem Innenfutter und Kinnriemen ist ein Vielfaches wert gegenüber einer blanken Glocke, ein Orden mit Verleihungsurkunde deutlich mehr als der Orden allein. Am wertvollsten sind geschlossene Nachlässe: Orden, Soldbuch, Fotos und Briefe derselben Person gehören zusammen und sollten nicht getrennt werden.

Nahaufnahme eines alten Fernglases und Kompasses

Schritt 4: Nichts reinigen

Der Markt ist voll von Nachfertigungen, und Fachleute erkennen Originale unter anderem an Alterungsspuren. Wer poliert, entrostet oder Lederteile einfettet, zerstört genau diese Merkmale und macht ein echtes Stück verdächtig. Auch nachträgliches Zusammenstellen - etwa das Anbringen fremder Abzeichen an einer Uniform - mindert den Wert erheblich.

Fazit: Erst melden, dann bewerten, nie putzen

Waffen und Munition sind ein Fall für die Behörden, alles Weitere für eine fachliche Sichtung. Geschlossene Nachlässe bleiben zusammen, Patina bleibt drauf, und der Verkauf läuft über einen fachkundigen Weg statt über ein öffentliches Inserat.

Alte Uniformjacke hängt an einer Kleiderstange

Im Zweifel vorher fragen: 07161 / 68 111 oder info@dieraeumung.de - Kontakt aufnehmen für eine Sichtung vor der Räumung.

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