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Nacherbe - Skizze eines Familienstammbaums mit zweiter Generation
N27. Jul 20263 Min. Lesezeit

Nacherbe

Der Nacherbe ist das Gegenstück zum Vorerben: Er erhält den Nachlass erst, nachdem der sogenannte Nacherbfall eingetreten ist, meist der Tod des Vorerben. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Nacherbe zwar eine gesicherte Rechtsposition, aber noch keinen unmittelbaren Zugriff auf den Nachlass. Diese Konstruktion ermöglicht es Erblassern, die Vermögensnachfolge über mehr als eine Generation hinweg verbindlich zu regeln.

Für Nacherben ist es wichtig zu wissen, dass ihre Position zwar rechtlich abgesichert ist, sie aber bis zum Eintritt des Nacherbfalls keinen Einfluss auf die laufende Verwaltung des Nachlasses durch den Vorerben haben. Wer als Nacherbe eingesetzt wurde, sollte die eigene Rechtsposition und die zugehörigen Schutzmechanismen kennen.

Nacherbe - Skizze eines jungen Baums neben einem alten Baum

Was bedeutet Nacherbe genau?

Der Nacherbe wird bereits mit dem Tod des ursprünglichen Erblassers als zukünftiger Erbe bestimmt, erhält den Nachlass aber erst mit Eintritt des Nacherbfalls tatsächlich übertragen. Bis dahin steht ihm eine sogenannte Anwartschaft zu, ein gesichertes Anrecht, das grundsätzlich auch vererbt oder übertragen werden kann. Der Nacherbe hat das Recht, die ordnungsgemässe Verwaltung des Nachlasses durch den Vorerben zu überwachen und kann bei Pflichtverletzungen rechtliche Schritte einleiten.

Warum ist die Nacherbschaft wichtig?

Für Familien mit komplexen Vermögensverhältnissen bietet die Nacherbschaft die Möglichkeit, sicherzustellen, dass ein Vermögen letztlich bei den gewünschten Personen ankommt, etwa den eigenen Kindern statt bei Angehörigen eines wiederverheirateten Ehepartners. Bei einer späteren Haushaltsauflösung nach Eintritt des Nacherbfalls muss zunächst geprüft werden, welche Gegenstände überhaupt noch zum gebundenen Nachlass gehören, da der Vorerbe zwischenzeitlich über bestimmte Dinge verfügt haben könnte.

Nacherbe - Skizze einer weitergereichten Staffel

Wie tritt der Nacherbfall ein?

Der genaue Zeitpunkt des Nacherbfalls wird im Testament oder Erbvertrag festgelegt, meistens ist es der Tod des Vorerben. Es sind aber auch andere Auslöser möglich, etwa die Wiederheirat des Vorerben oder das Erreichen eines bestimmten Alters. Mit Eintritt des Nacherbfalls geht der gebundene Nachlass automatisch auf den Nacherben über, ohne dass es einer weiteren Übertragungshandlung bedarf. Bei einer anschliessenden Entrümpelung oder Verwertung des Nachlasses kann der Nacherbe dann frei über die Gegenstände verfügen, da die Bindungswirkung endet.

Kosten und rechtliche Aspekte der Nacherbschaft

Der Nacherbe zahlt Erbschaftsteuer erst mit Eintritt des Nacherbfalls, wobei er steuerlich meist so behandelt wird, als hätte er direkt vom ursprünglichen Erblasser geerbt, was günstiger sein kann als eine Versteuerung nach dem Vorerben. Rechtlich hat der Nacherbe verschiedene Schutzrechte, etwa das Recht auf ein Nachlassverzeichnis oder auf Sicherheitsleistung bei Gefährdung seiner Ansprüche. Bei Unklarheiten über den Umfang des noch vorhandenen Nachlasses hilft eine Kontaktaufnahme mit einem erfahrenen Experten für die praktische Nachlassabwicklung.

Nacherbe - Skizze eines wartenden Hausschlüssels neben einer Sanduhr

Häufige Fragen zum Nacherben

Eine häufige Frage betrifft die Absicherung des Nacherben während der Zeit der Vorerbschaft, die durch das Verbot unentgeltlicher Verfügungen und die Zustimmungspflicht bei Grundstücksgeschäften gewährleistet wird. Ebenso häufig gefragt wird, was passiert, wenn der Nacherbe vor dem Vorerben verstirbt, wofür das Testament in der Regel Ersatznacherben bestimmt. Praktisch sollten Nacherben regelmässig Auskunft über den Zustand des gebundenen Nachlasses einfordern, um ihre Rechte zu wahren.

Nacherbe - Skizze eines Familienstammbaums mit zweiter Generation

Fazit

Der Nacherbe hat eine gesicherte, aber zunächst nur zukünftige Rechtsposition am Nachlass, die erst mit Eintritt des Nacherbfalls zur vollen Verfügungsgewalt wird. Wer als Nacherbe eingesetzt ist, sollte seine Kontroll- und Auskünftrechte aktiv nutzen. Nach Eintritt des Nacherbfalls hilft eine unverbindliche Beratung bei der praktischen Auflösung des übernommenen Nachlasses.

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