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Gefahrstoffentsorgung - fachgerechte Entsorgung von Haushaltschemikalien
C10. Jun 20265 Min. Lesezeit

Gefahrstoffentsorgung

Im Haushalt schlummern oft Gefahrstoffe, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Alte Farbtoepfe im Keller, Lösungsmittel in der Garage, Pestizide im Garten und verschiedene Chemikalien, die sich über Jahre angesammelt haben - all das zählt zu Gefahrstoffen, die einer besonderen Behandlung bei der Entsorgung bedürfen. Die Gefahrstoffentsorgung ist kein Thema, bei dem man improvisieren sollte. Falsch entsorgte Chemikalien belasten Böden, Grundwasser und Luft. Gesetzliche Vorschriften schützen sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit. Dieser Leitfaden erklärt, was als Gefahrstoff gilt, wie die korrekte Entsorgung abläuft und was Sie bei einer Haushaltsauflösung beachten müssen.

Gefahrstoffentsorgung - Architekturskizze zeigt Gefahrstoffbehälter für die fachgerechte Entsorgung

Was gilt als Gefahrstoff im Haushalt?

Gefahrstoffe im Haushalt umfassen ein breites Spektrum an Produkten: Farben und Lacke mit Lösungsmittelanteil, Verdünner, Abbeizmittel, Reinigungsmittel mit ätzenden Bestandteilen, Pestizide und Herbizide für den Garten, Altöl und Motoröl, Batterien und Akkus, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen, Klebstoffe mit Lösungsmittelanteil sowie Feuerlöscher und Gaspatronen. Erkennbar sind Gefahrstoffe an den GHS-Piktogrammen auf der Verpackung: orange-rote Symbole mit schwarzen Zeichen wie Flamme, Totenkopf, Ausrufezeichen oder Umweltgefährdungssymbol. Die bloße Anwesenheit dieser Zeichen bedeutet, dass das Produkt nicht in den normalen Hausmüll oder Abfluss gehört. In Häusern mit langer Geschichte - wie man sie bei einer Kellerräumung oder dem Ausräumen alter Garagen antrifft - finden sich oft Gefahrstoffe aus vergangenen Jahrzehnten, die seit dem Kauf kaum oder gar nicht benutzt wurden.

Recyclinghof und Schadstoffmobil

Die wichtigsten Anlaufstellen für Gefahrstoffe aus dem Haushalt sind der kommunale Recyclinghof und das Schadstoffmobil. An kommunalen Recyclinghöfen gibt es in der Regel eine spezielle Annahmestelle für Schadstoffe, wo Farben, Lacke, Lösungsmittel, Altöl, Batterien und andere problematische Stoffe kostenlos abgegeben werden können. Die Menge ist meist auf haushaltsubliche Mengen begrenzt - gewerbliche Mengen werden gesondert behandelt. Das Schadstoffmobil fährt nach einem festen Terminplan verschiedene Stadtteile an und bietet denselben Service direkt vor Ort. Die Termine werden von der Kommune bekanntgegeben und finden sich auf den Webseiten der Abfallbehörden. Diese Möglichkeit ist besonders praktisch, wenn kein Fahrzeug vorhanden ist oder die Menge überschaubar ist. Für größere Mengen bei einer umfangreichen Haushaltsauflösung empfiehlt sich der direkte Weg zum Recyclinghof mit einem geeigneten Fahrzeug.

Gefahrstoffentsorgung - Architekturskizze zeigt Schadstoffmobil bei der Sammlung

Spezielle Gefahrstoffe und ihre Entsorgungswege

Verschiedene Gefahrstoffkategorien haben spezifische Entsorgungswege. Batterien und Akkus werden an zahlreichen Verkaufsstellen, Supermarkten und Elektrofachmarkten kostenlos zurückgenommen - dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Altöl (Motoröl, Hydrauliköl) kann an Tankstellen und Werkstatten abgegeben werden. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen enthalten geringe Mengen Quecksilber und gehören zum Recyclinghof oder zur Rücknahme beim Händler. Feuerlöscher müssen von spezialisierten Fachbetrieben entsorgt werden, da sie unter Druck stehen und besondere Handhabung erfordern. Gasdosen und Campingkartuschen sollten vollständig entleert und dann zum Recyclinghof gebracht werden. Asbesthaltige Materialien - in älteren Gebäuden oft in Fliesen, Dachplatten oder Dämmmaterial vorhanden - erfordern den Einsatz eines zugelassenen Fachbetriebs für Asbestsanierung und dürfen niemals in Eigenregie entfernt werden. Bei einer Wohnungsräumung in einem Altbau sollte daher immer geprüft werden, ob asbest- oder schadstoffhaltige Materialien vorhanden sind.

Farben und Lacke korrekt entsorgen

Farben und Lacke sind eine der häufigsten Gefahrstoffquellen im Haushalt. Alte Farbtoepfe mit Lösungsmittelanteil - erkennbar am Hinweis "Nur in gut belüfteten Räumen verwenden" oder an GHS-Symbolen - gehören zum Recyclinghof. Wasserbasierte Dispersionsfarben gelten dagegen nicht als Sondermüll und können nach vollständigem Trocknen im Restmüll entsorgt werden. Wichtig: Nie flüssige Farbe in den Abfluss gießen, da die Inhaltsstoffe das Abwassersystem und Kläranlagen belasten. Kleine Mengen lösungsmittelhaltiger Farbe können durch Verdunsten des Lösungsmittels (geöffneter Deckel im Freien, sicher vor Kindern und Zündquellen) in eingetrockneten Zustand gebracht werden - aber auch dann gehören sie zum Schadstoffmüll. Lackdosen und Spraydosen sollten vollständig entleert und dann zum Recyclinghof gebracht werden. Vollständig leere Spraydosen ohne Restdruck können in vielen Kommunen in den Gelben Sack, ansonsten zum Recyclinghof.

Gefahrstoffentsorgung - Architekturskizze zeigt Gefahrstoffkennzeichnung auf Behältern

Transport von Gefahrstoffen zur Entsorgungsstelle

Beim Transport von Gefahrstoffen zur Entsorgungsstelle gelten bestimmte Regeln. Behälter müssen dicht verschlossen und sicher gestaut sein, damit sie nicht umfallen oder auslaufen können. Schütten Sie verschiedene Chemikalien niemals zusammen - manche Kombinationen reagieren heftig miteinander. Transportieren Sie Gefahrstoffe im Kofferraum oder in einer Transportbox, nicht im Fahrgastraum. Für haushaltsubliche Kleinmengen gelten weniger strenge Vorschriften als für gewerbliche Transporte, aber grundlegende Sorgfalt ist immer geboten. Bei größeren Mengen oder wenn Sie sich über die Einstufung unsicher sind, empfiehlt sich die Beauftragung eines Fachbetriebs, der die Materialien direkt abholt und ordnungsgemäß entsorgt. Entsorgungsfachbetriebe sind bei der zuständigen Behörde registriert und verfügen über die nötigen Zulassungen für den Transport und die Entsorgung von Gefahrstoffen. Bei einer umfangreichen Kellerräumung mit vielen Gefahrstoffen ist ein Fachbetrieb die sicherste Wahl.

Gefahrstoffe richtig lagern bis zur Entsorgung

Bis zur Entsorgung müssen Gefahrstoffe sicher gelagert werden. Dazu gehört: Behälter immer fest verschlossen halten, nicht in der Nähe von Wärmequellen oder im direkten Sonnenlicht lagern, außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren und niemals in Lebensmittelbehälter umfüllen. Flüssige Chemikalien sollten auf einer auslaufsicheren Unterlage oder in einer Auffangwanne stehen, damit bei einem Umfallen keine Schäden entstehen. Keller und Garagen sind typische Lagerorte, aber sie sollten gut belüftet sein, da viele Lösungsmittel flüchtige organische Verbindungen abgeben. Bestimmte Chemikalienkombinationen sollten räumlich getrennt gelagert werden - zum Beispiel Säuren und Laugen, Oxidationsmittel und brennbare Stoffe. Wer nicht weiß, wie ein bestimmter Stoff gelagert werden soll, findet auf dem Sicherheitsdatenblatt des Herstellers alle relevanten Informationen. Solche Datenblätter sind auch online abrufbar und bieten umfassende Informationen zu Lagerung, Transport und Entsorgung.

Kosten der Gefahrstoffentsorgung

Für private Haushalte ist die Abgabe von Gefahrstoffen am kommunalen Recyclinghof oder beim Schadstoffmobil in der Regel kostenlos. Diese Kosten werden über die kommunalen Abfallgebühren finanziert. Für spezielle Entsorgungen - etwa von Asbest, Altöl in größeren Mengen oder komplexen Chemikaliengemischen - fallen Gebühren an, die je nach Menge und Stoff variieren. Professionelle Gefahrstoffentsorgungsbetriebe berechnen ihren Aufwand nach Gewicht oder Volumen des Materials sowie nach Entsorgungsart. Diese Kosten sind gut investiert, denn illegale Entsorgung im Hausmüll oder in der Natur kann zu empfindlichen Bußgeldern führen und schadet der Umwelt nachhaltig. Wer eine größere Haushaltsauflösung plant, sollte die Gefahrstoffentsorgung frühzeitig einkalkulieren - sowohl zeitlich als auch finanziell. Bei Beauftragung eines Sperrmüll- oder Räumungsdienstleisters sollte explizit gefragt werden, ob Gefahrstoffe im Angebot inbegriffen sind oder separat berechnet werden.

Gefahrstoffentsorgung - Architekturskizze zeigt fachgerechte Lagerung vor der Entsorgung

Fazit

Gefahrstoffe im Haushalt sind keine Seltenheit - und ihre korrekte Entsorgung ist wichtig für die Umwelt und die Gesundheit aller. Der einfachste Weg für Privatpersonen ist die Abgabe am kommunalen Recyclinghof oder beim Schadstoffmobil, die in den meisten Fällen kostenlos ist. Besondere Gefahrstoffe wie Asbest oder größere Chemikalienmengen erfordern spezialisierte Fachbetriebe. Bei jeder Haushaltsauflösung oder Kellerräumung sollte die Identifikation und fachgerechte Entsorgung von Gefahrstoffen als fester Bestandteil der Planung berücksichtigt werden. Wer unsicher ist, welche Stoffe im Haushalt vorhanden sind, kann sich bei der kommunalen Abfallberatung informieren und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

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